Warum dankbare Menschen glücklicher sind

27. April 2017

Schneller, besser, glücklicher – die Welt in der wir heute leben macht es uns nicht gerade einfach zufrieden zu sein. Überall, sei es in den sozialen Medien oder in der Werbung, wird uns suggeriert: es geht noch besser! Du kannst noch mehr Geld verdienen, noch schlanker und erfolgreicher sein. Das hat zur Folge, dass wir zunehmend blind werden für das, was wir bereits haben – an materiellen Dingen, an Unterstützung, an Liebe und Zuneigung. Statt dessen sehen wir nur das, was wir nicht haben und jagen immer neuen Dingen hinterher, von denen wir uns mehr Glück und Zufriedenheit erhoffen.

Doch macht das wirklich glücklich? Ich glaube nicht. Je mehr wir uns diesem Lebensstil der ständigen Selbstoptimierung, des immer mehr Wollens, hingeben, desto größer wird unser inneres Gefühl des Mangels und der Leere. Kaum haben wir unser lang ersehnte Ziel erreicht, suchen wir auch schon nach dem nächsten Projekt. Letztlich glaube ich nicht, dass wir so glücklich werden können, da wir uns permanent unter Druck setzen und mit anderen vergleichen. Denn wie heißt es nicht so schön: Das Gras ist immer grüner auf der anderen Seite.

Sei zufrieden, aber gibt Dich nicht zufrieden.

Wenn Du nicht weißt, was Du hast, dann fragst du Dich ständig, was Dir fehlt – und das ist der beste Weg, unzufrieden zu sein. Wenn Du dir aber bewusst machst, was Du bereits alles in deinem Leben hast wofür Du dankbar sein kannst, dann entsteht ein tiefes Gefühl der Zufriedenheit und der Freude in dir.
Klingt ziemlich verständlich und banal – ist es auch. Trotzdem ist es gar nicht so einfach umzusetzen.

Wofür soll ich dankbar sein?

Im Grunde genommen für alles. Jeder von uns, gerade in der westlichen Welt, besitzt unendlich viel Materielles und Immaterielles, über das wir uns freuen könnten. Wir können dankbar dafür sein, dass wir gehen, lachen, weinen, sehen, riechen und schmecken können. Wir können dankbar sein, wenn wir und unsere Familie gesund sind. Wir können Dankbarkeit zeigen, wenn uns jemand ein Lächeln oder ein Kompliment schenkt, wenn wir Freunde haben, die für uns da sind und, und, und, …
Es geht darum den kleinen Dingen im Leben, die wir allzu oft als Selbstverständlichkeiten ansehen, mehr Beachtung zu schenken und sie wertzuschätzen lernen. Denn meist realisieren wir erst wie dankbar wir für diese Dinge sind, wenn sie uns genommen werden.

Schritt für Schritt zu mehr Dankbarkeit

When you arise in the morning, think of what a precious privilege it is to be alive – to breathe, to think, to enjoy, to love.  Marcus Aurelius

Mir persönlich hat es enorm geholfen, ein „gratitude journal“ (Dankbarkeits-Tagebuch) zu erstellen, in dem ich jeden Morgens eintrage, wofür ich dankbar bin. Manchmal fallen mir viele Dinge ein, manchmal ist es auch nur eine Sache.
Am Abend schreibe ich schließlich auf, weshalb dieser Tag ein guter Tag war, was mir Positives widerfahren ist. Das müssen keine außergewöhnlichen Dinge sein, ganz im Gegenteil, oft sind es Kleinigkeiten – das Gespräch mit einem guten Freund, ein tolles Workout oder dass ich mir einfach mal Zeit für mich genommen habe.

Mir persönlich hilft dieses Ritual meinen Tag noch einmal zu reflektieren und mich auf das Positive im Leben zu fokussieren. Ich lebe dadurch viel bewusster und nehme die kleinen, schönen Dinge, die ich viel zu oft als selbstverständlich erachte, mehr wahr.
Kleiner Tipp am Rande: Für den Anfang oder auch für Tagebuch-Skeptiker, kann ich das 6-Minuten-Tagebuch empfehlen. Ein schöner Leitfaden um mit dem Journaling zu beginnen.

Nichtsdestotrotz,  fällt es mir nicht immer leicht, dem Alltag etwas Positives abzugewinnen. Gerade an solchen Tagen, an denen gefühlt alles schief gelaufen ist und ich mich eher frustriert als dankbar fühle. Doch besonders diese Momente sind wichtig, denn genau in diesen trainieren wir unsere Fähigkeit dankbar und damit auch glücklich zu sein. Denn Glück ist kein Zufall, sondern eine Frage der Einstellung. Du entscheidest wie Du dem Leben begegnest und was Du diesem abgewinnst.

Very little is needed to make a happy life, it is all within yourself, in your way of thinking.
Marcus Aurelius

Dankbarkeit ist ein so wertvolles und mächtiges Instrument, dem wir uns jederzeit bedienen können. Ich hoffe ich konnte dich ein wenig inspirieren, dir ein gratitude journal anzulegen, falls du nicht eh schon eines führst? Ich freue mich über deine persönlichen Erfahrungen und Tipps.

Schon gesehen?

6 comments

Philipp 27. April 2017 at 20:35

Toller Beitrag 👌🏻💯 und sehr gut geschrieben. Es öffnet einem die Augen, wieder die Dinge zu sehen, über die wird unendlich dankbar sein dürfen, wie z.B. Gesundheit !!
LG
Philipp

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Marilena 28. April 2017 at 10:29

Hej Philipp,

vielen Dank, das freut mich sehr! 🙂 Da stimme ich dir zu, viel zu selten freuen wir uns über die kleinen Dinge, die wir als selbstverständlich ansehen und beschweren uns aber sobald wir sie nicht mehr haben (wenn wir z.B. krank sind).

Lieben Gruß,
Marilena

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Masih 9. Mai 2017 at 15:34

Dein Beitrag lässt sich schön lesen, fast so wie ein entspanntes Gespräch … Sehr gelungen =) Ich bin der Vergangenheit öfters auf Journals gestoßen, führe selber einen wöchentlichen Erfahrungsjournal. Dankbarkeit als Gut, wie du es beschreibst, war mir bisher noch nicht so bewusst. Möglicherweise weil ich kein Gratitude-Journal führe(?) Es wird mir eine Freude sein es auszuprobieren.

Gruß
Masih

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Marilena 9. Mai 2017 at 16:21

Hey Masih,

vielen Dank für deine lieben Worte und dein Lob. Das bedeutet mir wirklich viel 🙂
Ein Erfahrungsjournal finde ich auch eine fantastische Idee, das werde ich mir gleich mal notieren und auf jeden Fall ausprobieren.
Ich würde mich freuen, wenn du berichtest, wie dir das Gratitude Journalling gefällt und ob es bei dir etwas bewirkt hat 🙂

Liebe Grüße,
Marilena

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Alina 14. Mai 2017 at 18:35

Hey,

Sehr schöner Post. Ich bin schon total dafür, sich selbst zu optimieren und sich immer neue Ziele zu setzen, doch genau die Dankbarkeit ist dabei eine Sache die oft zu kurz kommt. Ich habe letztens festgestellt, dass ich nicht dankbar genug bin, habe darüber auch einen Post geschrieben 🙂 Und ich sollte auch so ein Gratitude Journal anfangen, nur bin ich leider total inkonsequent bei sowas. Ich werde es versuchen !:)

Ganz liebe Grüße

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Marilena 16. Mai 2017 at 10:36

Hallo liebe Alina,

vielen Dank erstmal für deinen netten Kommentar, habe mich sehr gefreut.
Habe mir natürlich gleich deinen Blog angesehen und du hast mich direkt überzeugt.
Ich beschäftige mich gerade viel mit dem Thema Persönlichkeitsentwicklung und denke viel darüber nach, was ich mir vom Leben wünsche. Da passt dein Blog genau richtig. Mach weiter so! Ich freue mich auf einen Austausch.
Ach ja und berichte gerne, ob es mit dem gratitude journal klappt. Ich mache das immer direkt am Morgen nach Yoga und Meditation 🙂

Lieben Gruß,
Marilena

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