Digital Detox – 5 Tipps für einen achtsamen Umgang mit dem Smartphone

9. Juli 2017

Du wachst morgens auf, der erster Griff geht zu Deinem Smartphone. Wecker aus, Instagram auf, E-Mails checken, WhatsApp Nachrichten beantworten. Und schon ist eine gute Stunde vergangen.

Du arbeitest gerade an einem wichtigen Projekt und auf dem Display Deines Smartphones poppt eine Notification auf: eine neue WhatsApp Nachricht. Du greifst zu Deinem Handy, könnte ja wichtig sein. Eine halbe Stunde später, nachdem Du die neusten Snaps auf Snapchat gecheckt hast, widmest Du dich Dich wieder Deinem Projekt. Und bist völlig raus.

Kommt Dir das bekannt vor? Hast Du manchmal auch das Gefühl, dass Dein Smartphone Dich und Deinen Alltag bestimmt? Dann bist Du hier genau richtig! Denn hier findest Du meine Tipps, die mir dabei geholfen haben, die Kontrolle über mein Smartphone zurückzuerlangen.

Du willst auch frei sein? Worauf wartest Du noch! Hier sind meine 5 Digital Detox Tipps für einen achtsamen Umgang mit dem Smartphone nur für Dich:

1. Shut up! 

Du sitzt mit einer Freundin im Café und unterhältst Dich. Dein Smartphone auf dem Tisch piepst und der Display leuchtet auf: Eine neue E-Mail. Du schielst unauffällig zu Deinem Smartphone, um zu erkennen, von wem die E-Mail ist. Was Deine Freundin Dir gerade erzählt bekommst Du nur noch mit halben Ohr mit. Schließlich wird die Neugier zu groß und du greifst nach Deinem Handy und öffnest die Nachricht. Bloß eine Spam-Mail.

Ich kenne das Gefühl nur zu gut. Das Gefühl, etwas verpassen zu können. Die Nachricht könnte ja wichtig sein. Darum sind wir auch immer und überall erreichbar. Die meisten sogar in der Nacht. Das hat sicherlich auch einige Vorteile, nur oft entgeht uns dabei, wie viel Wirkung das Smartphone wirklich auf uns hat. Und vor allem, wie viel Stress es verursacht.

Meine Lösung: Ich habe alle Notifications ausgestellt. Von WhatsApp, meinem E-Mail Account, Instagram und allen Apps. Mein Handy gibt keine Laute mehr von sich, vibriert nicht, das Display leuchtet nicht auf. Ausgenommen von Anrufen, die bei mir eingehen.

Was hat das für eine Wirkung? Zunächst hat es Unsicherheit in mir ausgelöst. Ich hatte Angst, etwas zu verpassen. Was wenn mir jemand schreibt und es dringend ist? Dann, nach einigen Tagen, habe ich mein Smartphone tatsächlich vergessen. Es war einfach nicht mehr präsent in meinem Kopf, sondern irgendwo in meiner Tasche und unwichtig. Dafür leben ich im hier und jetzt, im Moment.

Seither wissen auch die meisten meiner Freunde, wenn etwas wirklich wichtig ist, dann rufen sie mich an. Und ich habe kein schlechtes Gewissen, wenn ich manchmal erst nach einigen Stunden auf eine Nachricht antworte.

2. Up in the air!

Da ich mein Handy als Wecker benutze, liegt es nachts immer direkt neben meinem Bett. Damit ich nicht gestört werde und um die Strahlung zu reduzieren, stelle ich es vor dem Einschlafen in den Flugmodus. Den stelle ich auch erst wieder aus – Nein, nicht wenn ich den Wecker ausschalte – sondern, wenn ich mit meiner Morgenroutine fertig bin.

Irgendwann bin ich dann auf den Gedanken gekommen, dass ich den Flugmodus auch tagsüber für mich nutzten kann. Dadurch bin ich nicht nur fokussierter, bei dem was ich tue, sondern schütze auch meine Gesundheit.

3. Setz Dir ein Limit

Wann wandert Dein Blick das erste Mal aufs Smartphone? Direkt, wenn der Wecker klingelt? Oder vielleicht sogar nachts, wenn Du kurz aufwachst? Wie oft am Tag schaust Du auf das Display, um zu checken ob Du neue WhatsApp Nachrichten, Snaps und Co. erhalten hast?

Laut Studien greifen wir über 1.500 Mal pro Woche nach unseren Smartphones, das heißt rund 214 Mal pro Tag. Wäre es da nicht spannend zu wissen, wie viel Zeit dafür draufgeht?
Genau das sagt Dir der Moment – Screen Time Tracker, eine App für Dein Smartphone. Sie zeigt Dir, wie viele Stunden Du jeden Tag an deinem Handy verbringst. Du kannst außerdem sehen, welche Apps dich am meisten Zeit kosten.

Damit ist natürlich das Problem noch nicht gelöst, aber immerhin das Bewusstsein geschaffen, um Veränderungen hin zu mehr Balance einzuleiten.

4. Vergiss mich!

Hast Du dein Smartphone schon mal versehentlich zu Hause liegen lassen? Als Du es realisiert hast, was war Dein erster Gedanke? Bist Du vielleicht sogar zurück gelaufen, um es noch schnell zu holen?

Ist mir definitiv schon mal passiert. Im Nachhinein habe ich mir dann allerdings die Frage gestellt, was so schlimm daran gewesen wäre, wenn ich es nicht dabei gehabt hätte. Bin ich wirklich so abhängig von meinem Smartphone, dass ich es immer bei mir brauche?

Ich habe festgestellt: Nein! Ich kann gut ein paar Stunden auf mein Handy verzichten. Darum lasse ich es ab und an bewusst Zuhause. Am Anfang habe ich mich fast nackt gefühlt, oft nach meinem Handy gesucht, gedacht, ich hätte es verloren. Mittlerweile ist es ganz normal und sogar eine Entlastung.

5. Werde Minimalist

Es gibt Menschen, die haben 50 oder mehr Apps auf ihrem Smartphone. Für einfach alles: Zum Sport tracken, Shoppen, Fotos bearbeiten und und und… Das mag auf der einen Seite sehr nützlich sein, auf der anderen Seite, macht es Dich abhängig. Du verlernst schnell, ohne Dein Smartphone zu leben und zurechtzukommen.

Das mag sich vorerst übertrieben anhören, aber überlegt mal: Wann hast Du zum Beispiel, das letzte Mal einen Passanten, anstelle von Google Maps nach dem Weg gefragt? Was würdest Du tun, wenn Dein Handy kaputt geht, Du aber deine Fahrkarte darauf geladen hast?

Aus dem Grund habe ich mein Handy ausgemistet und von allen unnötigen und überflüssigen Apps befreit. 

Schon gesehen?

10 comments

Lisa Breakfast 10. Juli 2017 at 9:38

Liebe Marilena,
Vielen Dank für die tollen Tipps und das Bewusstsein, das du mit diesem Artikel erschaffst! Ich habe mich vor einem Monat auch entschieden, mein Handy morgens erst NACH meiner Morgenroutine anzumachen und es fühlt sich so viel besser an! Wir sind nicht direkt im Reaktionsmodus, sondern können erstmal mit uns verbunden sein 🙂
Alles liebe! Lisa

Reply
Marilena 13. Juli 2017 at 11:54

Danke Liebes für deine Worte! Ich sehe das ganz genauso wie du! Und es freut mich, dass du dich nicht mehr durch dein Handy stressen lässt 😉
Fühl dich umarmt, Marilena

Reply
Marie Christin 10. Juli 2017 at 14:55

Danke für die tollen Tipps :). Es ist manchmal wirklich erschreckend, wie oft man (und dazu zähle ich definitiv auch) auf sein Handy schaut.
Ich versuche mir anzugewöhnen immer nur zur vollen Stunde auf mein Handy zu schauen. Das ist immer noch viel, aber es hilft schon mal.
Ganz liebe Grüße
Marie Christin

Reply
Marilena 13. Juli 2017 at 11:55

Hey Marie Christin,
das ist ja auch eine tolle Idee, „nur“ jede volle Stunde auf sein Handy zu schauen. Auf die Idee bin ich noch gar nicht gekommen. Danke für den tollen Tipp!
Und man kann das ganze ja sogar Stück für Stück reduzieren, bis man irgendwann nur noch 3x am Tag auf sein Handy guckt.

Liebe Grüße,
Marilena

Reply
Jana 11. Juli 2017 at 22:09

Liebe Marilena,
danke für den tollen Post. Eigentlich denke ich, dass ich meinen Handykonsum ganz gut im Griff habe. Aber wenn ich so deine Tipps lese, fallen mir doch ein paar Verbesserungsmöglichkeiten auf. Z.B. erst später am Tag den Flugmodus ausschalten bzw. den Flugmodus am Tag auch öfter einsetzen… Das echt Leben ist viel zu schön, wir müssen ja nicht immer am Handy sitzen.
Viele liebe Grüße und danke für die Anregungen! Jana

Reply
Marilena 13. Juli 2017 at 11:56

Hey liebe Jana,
danke für deine tolle Worte. Du hast so recht, wir „verplempern“ so viel Zeit mit unseren Smartphones und sind uns dessen leider selten bewusst. Aber umso toller, dass du bereits die ersten Schritte eingeleitet hast, um freier davon zu sein und das Leben mehr zu genießen 🙂

Ganz liebe Grüße, Marilena

Reply
CHAOS IM KOPF? - 6 TIPPS FÜR MEHR KLARHEIT UND FOKUS 17. Juli 2017 at 0:06

[…] von Gratitude Daily hat dazu übrigens einen super Artikel mit 5 Tipps für einen achtsamen Umgang mit dem Smartphone […]

Reply
Jan 21. Juli 2017 at 18:18

Super Artikel, Marilena. Klar, ehrlich, auf den Punkt.

Ich befolge auch schon viele deiner Tipps. Die Disziplin svhwankt je nach Lebensphase. 😉

Für Menschen, denen der Flugmodus zu krass ist: einfach „Nicht stören“ manuell aktivieren oder zu bestimmten Zeiten. Bei mir läuft er zwischen 2200 und 0800. Da kommen nur Anrufe aus meiner Favoritenliste durch, wenn diese Mehrmals anrufen (z.B. Bei Notfällen). Den Modus kann man auch wunderbar in Meetings oder Treffen aktivieren, um nicht gestört zu werden.

Ein wirklich toller Blog mit so viel Mehrwert und Authentizität. Weiter so! SO GEHT FREIHEIT 🙂

Cheers,
Jan

Reply
Steff 13. August 2017 at 21:35

Habe dich gerade über Lusieliebt entdeckt und dein Artikel übel Digital Detox hat mir sehr gut gefallen.

Du hast so recht mit dem was du schreibst. Wir lassen uns viel zu sehr davon ablenken und verpassen dabei das wirkliche Leben.
Ich gehe aber soweit zu sagen, wenn man sich davon los eisen möchte, dann sollte man auch seinen Konsum bzgl Instagram, Snapchat und Co. hinterfragen. Dafür geht die meiste Zeit drauf. Ich bin sehr stolz sagen zu können, dass ich in KEINEM „sozialen“ Netzwerk angemeldet bin und daher das Smartphone fast überflüssig ist. Ich erschrecke immer wieder wie viel Zeit sich die Leute tot schlagen um zu sehen was andere gerade machen usw.

Reply
Marilena 15. August 2017 at 9:25

Hey Steffi,

danke für die lieben Worte 🙂 Wow, ich finde es sehr beeindruckend, dass du dich komplett von den Sozialen Medien gelöst hast. Für mich ist das momentan keine Möglichkeit, da ich mich ja für das Bloggen und recht viel Internetpräsenz jobbedingt entschieden habe. Aber ich achte immer auf das richtige Maß 🙂

Reply

Leave a Comment